Rund 15 Einsatzkräfte aus allen drei Hattersheimer Stadtteilwehren beteiligten sich vom 18. bis 20. September an der Katastrophenschutzübung „Breakpoint 2026“ in Mosbach. Gemeinsam mit rund 150 Einsatzkräften aus dem Main-Taunus-Kreis trainierten sie einen länderübergreifenden Hilfeleistungseinsatz nach einem schweren Erdbeben.

Das Übungsszenario ging von einem Erdbeben der Stärke 6,9 im Odenwald aus. Im angenommenen Schadensgebiet waren zahlreiche Gebäude und Verkehrswege beschädigt, die Versorgung mit Strom, Gas und Trinkwasser teilweise ausgefallen. Zudem gab es zahlreiche Verletzte, Vermisste und Verschüttete. Da die örtlichen Einsatzkräfte ihre Belastungsgrenze erreicht hatten, wurde im Rahmen der Übung Unterstützung aus Hessen angefordert.

Hattersheimer Kräfte im zweiten Löschzug

Die Hattersheimer Einsatzkräfte waren in den zweiten Katastrophenschutz-Löschzug des Main-Taunus-Kreises eingebunden. Die Feuerwehren der Stadt stellten dafür einen Einsatzleitwagen, ein Löschfahrzeug und einen Gerätewagen Logistik. Ergänzt wurde der Löschzug durch ein weiteres Löschfahrzeug der Feuerwehr Eppstein-Vockenhausen sowie den Rüstwagen der Feuerwehr Sulzbach. Damit bildeten die Kräfte eine schlagkräftige Einheit für die Brandbekämpfung und technische Rettung.

Nach der Alarmierung verlegten die Einheiten am Freitagabend in mehreren Marschgruppen zum Trainingscenter Retten und Helfen nach Mosbach. Dort wurden die Kräfte registriert, bezogen ihre Unterkünfte und stellten ihre Einsatzbereitschaft her. Die Verpflegung und Versorgung musste zunächst durch die Einheiten selbst sichergestellt werden – wie es auch bei einem tatsächlichen länderübergreifenden Einsatz vorgesehen ist.

Einsatzbeginn zum Schichtwechsel

Während die erste Schicht bereits seit dem frühen Samstagmorgen verschiedene Schadensstellen abarbeitete, wurden die Hattersheimer Kräfte ab dem Schichtwechsel gegen 10 Uhr eingesetzt. Genau zu diesem Zeitpunkt sorgte ein angenommenes Nachbeben für neue Einsatzlagen.

Der zweite Löschzug wurde gemeinsam mit dem Technischen Hilfswerk zu einem schwer beschädigten Gebäude entsandt. Dort stellte insbesondere ein eingestürzter Treppenraum die Einsatzkräfte vor große Herausforderungen. Gemeinsam mussten alternative Zugangs- und Rettungswege geschaffen werden, um eingeschlossene und verletzte Personen aus dem Gebäude zu retten.

Auf dem weitläufigen Übungsgelände erwarteten die Einheiten realitätsnah dargestellte Schadensstellen mit eingestürzten Gebäudeteilen, Bränden sowie verletzten und verschütteten Personen. Zu den Aufgaben gehörten die Erkundung, Brandbekämpfung, technische Rettung und Suche nach Vermissten. Dabei arbeiteten Feuerwehr, Technisches Hilfswerk, Rettungsdienst, Betreuungsdienst, Psychosoziale Notfallversorgung und Rettungshundeeinheiten eng zusammen.

Hattersheimer Unterstützung in Führung und Übungsleitung

Auch außerhalb des Löschzuges übernahmen Hattersheimer Feuerwehrangehörige wichtige Aufgaben. Wehrführer Patrick Meik war als Kreisbrandmeister eingesetzt und wirkte in der übergeordneten Führungsorganisation mit.

Pressesprecher Sebastian Baum gehörte zur Übungsleitung und war für die Foto- und Videodokumentation zuständig. Die entstandenen Aufnahmen dienten der laufenden Berichterstattung sowie der späteren Auswertung und Dokumentation der Übung.

Ebenfalls Teil der Übungsleitung waren Melina Simon und Katharina Zengeler. Beide sind Mitarbeiterinnen des Amtes für Brandschutz, Rettungswesen und Katastrophenschutz des Main-Taunus-Kreises. Katharina Zengeler war zudem maßgeblich für die Organisation der Katastrophenschutzübung verantwortlich.

Durchhaltefähigkeit als wichtiges Übungsziel

Neben der Bewältigung der einzelnen Einsatzlagen standen die Durchhaltefähigkeit und die Organisation eines länger andauernden Einsatzes im Mittelpunkt. Ruhezeiten mussten geplant, Einsatzaufträge geordnet übergeben und Fahrzeuge sowie Geräte wieder einsatzbereit gemacht werden. Gleichzeitig galt es, den Informationsfluss auch unter erschwerten Bedingungen aufrechtzuerhalten.

Die Übung zeigte, wie wichtig eingespielte Führungsstrukturen, klare Kommunikation und die Zusammenarbeit über Organisations- und Landesgrenzen hinweg sind. Die gewonnenen Erkenntnisse werden nun gemeinsam ausgewertet und fließen in die weitere Ausbildung sowie in die Vorbereitung auf mögliche Katastrophenschutzeinsätze ein.

Am Sonntag endete „Breakpoint 2026“. Nach dem Rückbau der eingerichteten Strukturen und der Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft traten die Einheiten die Heimreise in den Main-Taunus-Kreis an.

Ein Dank gilt allen beteiligten Einsatzkräften und Organisationen sowie dem Main-Taunus-Kreis für die Vorbereitung und Durchführung dieser anspruchsvollen Übung.

Kategorien: Einsatzabteilungen