Eine neunköpfige Delegation der Feuerwehren der Stadt Hattersheim am Main besuchte am Wochenende die ungarische Partnerstadt Mosonmagyaróvár. Anlass der Reise waren die Feierlichkeiten zum 150-jährigen Bestehen der dortigen Feuerwehr.
Nach der rund 820 Kilometer langen Anreise am Donnerstag wurde die Delegation auf der Feuerwache in Mosonmagyaróvár herzlich empfangen. Bei einem gemeinsamen Abendessen stand der persönliche und fachliche Austausch mit der örtlichen Feuerwehrführung im Mittelpunkt. Dabei erhielten die Gäste auch Einblicke in die Organisation und Ausstattung der Feuerwehr sowie in die Unterschiede zwischen dem deutschen und dem ungarischen Feuerwehrwesen.
Feuerwehr und Katastrophenschutz zentral organisiert
Die hauptamtliche Feuerwehr von Mosonmagyaróvár ist anders als die kommunal organisierten Feuerwehren in Deutschland Teil des zentral aufgebauten ungarischen Katastrophenschutzes unter dem Innenministerium. Organisatorisch gehört sie zur Katastrophenschutz-Außenstelle Mosonmagyaróvár und zur Katastrophenschutzdirektion des Komitats Győr-Moson-Sopron.
In dieser Struktur sind unter anderem Brandbekämpfung, technische Hilfeleistung, vorbeugender Brandschutz, Bevölkerungsschutz und Industriebrandschutz miteinander verbunden. Neben den hauptberuflichen Feuerwehren gibt es in Ungarn kommunale Feuerwehren, Freiwillige Feuerwehrvereinigungen und Betriebsfeuerwehren, die das System ergänzen.
Das Einsatzgebiet der Feuerwehr Mosonmagyaróvár umfasst neben der Stadt insgesamt 36 Ortschaften in der Region. Zum Zuständigkeitsbereich gehören sowohl ländlich geprägte Gebiete als auch bedeutende Verkehrswege und Industrieansiedlungen. Anlässlich des Jubiläums sollen in den 36 Kommunen insgesamt 150 Bäume gepflanzt werden – einer für jedes Jahr der Feuerwehrgeschichte.
Eine wichtige Rolle bei der Pflege der Feuerwehrtradition übernimmt die Freiwillige Feuerwehr- und Traditionsvereinigung von Mosonmagyaróvár. Sie erhält historische Fahrzeuge, Geräte und Uniformen und betreut eine rund 400 Quadratmeter große Feuerwehrausstellung. Die 1991 eingerichtete Ausstellung wird jährlich von mehr als 1.000 Menschen besucht und vermittelt die Entwicklung des örtlichen Feuerwehrwesens.
Festumzug und Festakt am Samstag
Den Höhepunkt des Besuchs bildeten am Samstag ein Festumzug durch Mosonmagyaróvár und der anschließende offizielle Festakt. Dieser fand im Rahmen des Óvárer Käse-, Wein- und Sektfestivals rund um die historische Burg Magyaróvár statt. Neben historischen und modernen Einsatzfahrzeugen wurden auch Uniformen und Ausrüstungsgegenstände aus verschiedenen Epochen präsentiert.
Als Gastgeschenk überreichten Bürgermeister Klaus Schindling und Stadtbrandinspektor David Tisold einen eigens angefertigten Feuerkorb mit den Wappen der drei Hattersheimer Stadtteile Hattersheim, Okriftel und Eddersheim sowie dem Logo der Feuerwehren. Das Geschenk steht symbolisch für die Verbundenheit zwischen den Feuerwehren und den beiden Partnerstädten.
Neben den offiziellen Programmpunkten bot das Wochenende Gelegenheiten für persönliche Begegnungen und Gespräche mit den ungarischen Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden sowie zur Erkundung der Partnerstadt. Der Besuch unterstrich, dass die Städtepartnerschaft auch auf Ebene der Feuerwehren mit Leben gefüllt wird und der grenzüberschreitende Austausch wertvolle Einblicke in unterschiedliche Strukturen und Arbeitsweisen ermöglicht.
Am Sonntagmorgen verabschiedete sich die Delegation von ihren Gastgebern und trat die rund 820 Kilometer lange Heimreise nach Hattersheim am Main an. Die Feuerwehren der Stadt Hattersheim am Main bedanken sich bei der Feuerwehr Mosonmagyaróvár für die herzliche Gastfreundschaft und gratulieren nochmals zum 150-jährigen Bestehen.



























