Auch bei der Feuerwehr werden, ähnlich wie in Sportvereinen, alljährlich Leistungswettbewerbe veranstaltet, die von Kreis-, über Bezirks- bis zum Landesentscheid führen. Diese Wettbewerbe dienen neben dem sportlichen Charakter als gute Begleitung zur Ausbildung sowie zur Vorbereitung auf Einsätze. Im Jahr 2008 wurde die vom Land Hessen neu ausgearbeitete Leistungsübung vorgestellt und 2009 erstmals landesweit durchgeführt.

Mit einer Staffel (6 Personen) oder einer Gruppe (9 Personen), welche die Grundeinheiten der Feuerwehrtaktik bilden, müssen verschiedene Leistungsteile absolviert werden. Dabei wird sowohl das theoretische Wissen der Mitglieder als auch das praktische Können abgefragt. Nur wer beide Teile beherrscht darf auf das Siegerpodest.

Derzeit gibt es bei den Feuerwehren Hattersheim und Eddersheim eine Leistungsgruppe.

Der theoretische Teil

Zunächst müssen feuerwehrtechnische Fachfragen aus den verschiedensten Wissensgebieten im Multiple-Choice-Verfahren beantwortet werden. Je nach zu erreichendem Abzeichen kann sich die Zahl der zu beantworteten Fragen über die Jahre bis auf ca. 50 erhöhen.

  • Im ersten Jahr erhält man das Leistungsabzeichen der Stufe Eisern für eine erfolgreiche Teilnahme der Mannschaft.
  • Im zweiten Jahr kann man mit 16 zusätzlichen Fragen das Leistungsabzeichen der Stufe Bronze erringen.
  • Im dritten Jahr kann man mit 32 zusätzlichen Fragen das Leistungsabzeichen der Stufe Silber erringen.
  • Im vierten Jahr kann man mit 32 zusätzlichen Fragen das Leistungsabzeichen der Stufe Gold erringen.
  • Im fünften, zehnten und fünfzehnten Jahr hat man die Möglichkeit, ein Leistungsabzeichen mit Zusatzkennzeichen zu erwerben.
  • Als Voraussetzung gilt das Bestehen des „Zusatzbogens“ (Bronze, Silber oder Gold) im jeweiligen Jahr.

Der praktische Teil

Im praktischen Teil wird ein Brandeinsatz mit Innenangriff simuliert. Hier gilt es, innerhalb der vorgegebenen Zeit eine vermisste Person in Form einer Puppe im Gebäudeinnern zu finden und zu befreien. Das Gebäude wird hier durch einen Kriechgang mit angebauter Tür dargestellt, die vorschriftsmäßig geöffnet und begangen werden muss. Im „Wohnzimmer“ angekommen muss zunächst eine Brandbekämpfung durchgeführt werden. Es sind hier drei Fallklappen umzuspritzen, bevor die dort liegende Puppe ins Freie verbracht werden kann.

Im zweiten Angriff wird dann ein C-Strahlrohr von der Steckleiter aus zum Einsatz gebracht, wobei auch drei Fallklappen umgespritzt werden müssen. Besonderes Augenmerk bei der Übung wird auf die Einhaltung der geltenden Dienstvorschriften und die saubere Abwicklung der Funkgespräche und Rückmeldungen gelegt. Zu guter Letzt führen 4 ausgeloste Teilnehmende auf Zeit feuerwehrtechnische Knoten aus. Diese Knoten gehören zum Grundwissen und können im Ernstfall enorm wichtig werden.