Am 11. Februar wird europaweit der Europäische Tag des Notrufs 112 begangen. Er erinnert daran, dass mit der 112 in allen EU-Mitgliedstaaten eine einheitliche Notrufnummer zur Verfügung steht – kostenfrei, rund um die Uhr und auch dann erreichbar, wenn das eigene Mobilfunknetz nicht verfügbar ist. Der Rauchmeldertag folgt in diesem Jahr am Freitag, 13. Februar, und macht auf eine der wichtigsten Maßnahmen des vorbeugenden Brandschutzes aufmerksam: funktionierende Rauchwarnmelder in Wohnungen retten nachweislich Leben.

Auch die Feuerwehren der Stadt Hattersheim am Main nutzen diese beiden Aktionstage, um für richtiges Verhalten im Notfall, für den sicheren Umgang mit dem Notruf 112 und für den konsequenten Einsatz von Rauchmeldern zu sensibilisieren.

Der Notruf 112 – schnell Hilfe holen, richtig handeln

Der Notruf 112 ist die zentrale Verbindung zu Feuerwehr und Rettungsdienst. Wer ihn wählt, erreicht im Main-Taunus-Kreis die Zentrale Leitstelle in Hofheim am Taunus, die Hilfe koordiniert und Einsatzkräfte alarmiert. Entscheidend ist dabei: Der Notruf sollte ausschließlich in echten Notfällen genutzt werden, damit die Leitungen frei bleiben. Wichtig sind klare Angaben zu Ort, Art des Notfalls und möglichen Gefahren. Rückfragen der Leitstelle sollten abgewartet werden – erst auflegen, wenn das Gespräch beendet ist.

Wenn der Notruf nicht erreichbar ist: Notrufmeldestellen in Hattersheim

Doch was passiert, wenn der Notruf selbst einmal nicht erreichbar ist? Für genau diesen Fall sind in Hattersheim am Main Vorkehrungen getroffen. Bei einem großflächigen und länger andauernden Stromausfall werden die Feuerwehrhäuser in den betroffenen Stadtteilen als Notrufmeldestellen besetzt. Sie fungieren als Katastrophenschutz-Leuchttürme, um die Meldekette auch bei einem Ausfall der Telefon- oder Mobilfunknetze aufrechtzuerhalten. In der Regel erfolgt die Aktivierung, wenn der Stromausfall länger als eine Stunde andauert.

Die Notrufmeldestellen befinden sich im Feuerwehrhaus Hattersheim (Schulstraße 35), im Feuerwehrhaus Eddersheim (Mörikestraße 10) und im Feuerwehrhaus Okriftel (Rossertstraße 9). Dort erhalten Bürgerinnen und Bürger Informationen zur aktuellen Lage, Hilfeersuchen werden entgegengenommen und bei Bedarf Einsatzkräfte entsandt. Auch Erste-Hilfe-Maßnahmen bei medizinischen Notfällen sind möglich. Eine Unterbringung oder Verpflegung der Bevölkerung kann in den Feuerwehrhäusern jedoch nicht erfolgen; hierfür sind im Bedarfsfall gesonderte Betreuungsstellen vorgesehen.

Rauchmelder retten Leben – vorbeugender Brandschutz zu Hause

Neben dem richtigen Verhalten im Notfall spielt der vorbeugende Brandschutz eine zentrale Rolle. Rauchmelder warnen frühzeitig vor Brandrauch – insbesondere nachts, wenn der Geruchssinn im Schlaf nicht funktioniert. In Hessen sind Rauchmelder in Wohnungen gesetzlich vorgeschrieben, dennoch gibt es immer noch Haushalte ohne ausreichenden Schutz oder mit nicht funktionierenden Geräten. Die Empfehlung der Feuerwehr ist klar: In Schlafräumen, Kinderzimmern und Fluren, die als Rettungswege dienen, sollten geprüfte Rauchmelder installiert und regelmäßig getestet werden. Batterien sind rechtzeitig zu wechseln, defekte Geräte müssen ersetzt werden.

Die Feuerwehren informieren über das richtige Verhalten, wenn ein Rauchmelder bei einem Brand Alarm schlägt:

  1. Ruhe bewahren!
  2. Mobiltelefon mitnehmen
  3. Rettungsweg prüfen: Ist der Fluchtweg verraucht? Dann nicht hinauslaufen, sondern Tür schließen, die Feuerwehr unter 112 anrufen und an Fenster/Balkon bemerkbar machen.
  4. Ist der Fluchtweg frei: Zimmer- bzw. Wohnungstür hinter sich schließen und über das Treppenhaus ins Freie flüchten – dabei niemals den Aufzug nutzen.
  5. Weitere Personen warnen, die den Alarm nicht mitbekommen haben.
  6. Über den kostenlosen Notruf 112 die Einsatzkräfte alarmieren, sobald man in Sicherheit ist.
  7. Besonders wichtig: Keine riskanten Löschversuche und keine Rückkehr in die Wohnung, um Tiere oder Wertgegenstände zu holen!

Vorsorge schafft Sicherheit

Der Europäische Tag des Notrufs 112 und der Rauchmeldertag verdeutlichen gemeinsam: Sicherheit entsteht durch ein Zusammenspiel aus funktionierenden Strukturen der Gefahrenabwehr und persönlicher Vorsorge. Wer weiß, wie er im Notfall Hilfe erreicht, und wer seine Wohnung mit Rauchmeldern absichert, trägt aktiv dazu bei, sich selbst und andere zu schützen.

Kategorien: Bürgerinfos