Die Stadt Hattersheim am Main nimmt am hessischen Landesprogramm KOMPASS Resilienz teil. Innenstaatssekretär Martin Rößler begrüßte die Stadt bei einem Besuch der Feuerwehr offiziell im Programm und überreichte das KOMPASS Resilienz-Schild an Bürgermeister Klaus Schindling, Stadtbrandinspektor und Referatsleiter Brand- & Bevölkerungsschutz David Tisold sowie den Resilienzbeauftragten Sebastian Baum. Die Stadt will damit ihre Krisenvorsorge über alle Verwaltungsbereiche hinweg weiterentwickeln und Unternehmen, Hilfsorganisationen sowie die Bevölkerung einbeziehen.

Die Bedeutung der kommunalen Krisenvorsorge unterstrich auch die Teilnahme mehrerer Stadtverordneter und Magistratsmitglieder, darunter Stadtverordnetenvorsteher Georg Reuter.

Was bedeutet Resilienz?

Resilienz beschreibt die Fähigkeit, Krisen standzuhalten, ihre Folgen zu bewältigen und sich anschließend zu erholen. Dazu gehört auch, aus Erfahrungen zu lernen und die Vorsorge anzupassen. Für eine Stadt bedeutet das beispielsweise: Bei einem längeren Stromausfall muss die Verwaltung wichtige Aufgaben weiter erfüllen können. Technische Einrichtungen und Kommunikationswege müssen gegen Ausfälle abgesichert sein. Die Menschen müssen wissen, wie sie sich schützen und wo sie Hilfe erhalten.

Wenn der Strom länger ausfällt oder ein Unwetter unsere Stadt trifft, müssen wir als Kommune handlungsfähig bleiben. Zugleich müssen die Menschen wissen, wie sie sich schützen können und wo sie Hilfe finden. Mit unserer Notfallvorsorge-Kampagne, den Feuerwehrhäusern als Notrufmeldestellen und der Notstromversorgung des Rathauses und der Feuerwehrhäuser haben wir dafür wichtige Grundlagen geschaffen. KOMPASS Resilienz hilft uns, diese Vorsorge über alle Verwaltungsbereiche hinweg weiterzuentwickeln und Unternehmen, Hilfsorganisationen sowie Bürgerinnen und Bürger einzubeziehen. Krisenfestigkeit braucht klare Zuständigkeiten, verlässliche Zusammenarbeit und regelmäßige Übungen. Daran wollen wir in Hattersheim dauerhaft arbeiten.“

Bürgermeister Klaus Schindling

Mit der Teilnahme an KOMPASS Resilienz zeigt die Stadt Hattersheim, dass sie sich nicht nur theoretisch mit Krisensituationen befasst, sondern auch praktische Maßnahmen zur Vorsorge ergreift.

Kommunale Resilienz ist vor dem Hintergrund der internationalen Bedrohungslage, des Klimawandels und anderer Herausforderungen wichtiger denn je. Beispielsweise haben sich in der vergangenen Woche die immensen Auswirkungen von IT-Sicherheitslücken auf unsere digital vernetzten Gesellschaften gezeigt.

Hattersheim wappnet sich: Zusätzlich zu bestehenden Aktivitäten zur Krisenvorsorge plant die Stadt eine Risikoanalyse, die Einrichtung eines Resilienzrats zur Vernetzung relevanter Akteure und die Entwicklung einer Resilienzstrategie. In diesem Zusammenhang sollen zum Beispiel die Notstrom- und Kommunikationskonzepte wichtiger kommunaler Einrichtungen weiterentwickelt, ,Katastrophenschutz-Leuchttürme‘ als Anlaufstellen für die Bevölkerung vorbereitet und regelmäßige Übungen durchgeführt werden. Nun wird es darum gehen, diese und andere sinnvolle Vorhaben auch praktisch umzusetzen.

Ich wünsche den Verantwortlichen Hattersheims dabei gutes Gelingen. Die Stadt hat sich auf einen sehr guten Weg hin zu mehr Resilienz begeben. Mein Dank gilt allen, die dazu einen Beitrag leisten.

Innenstaatssekretär Martin Rößler

Federführung im Referat Brand- & Bevölkerungsschutz

Die Federführung für das Programm liegt beim Referat Brand- & Bevölkerungsschutz. Als Resilienzbeauftragter ist Sebastian Baum zentraler Ansprechpartner für das Landesprogramm, die Landesregierung und die beteiligten Stellen und unterstützt die Abstimmung innerhalb der Stadtverwaltung.

Für die gemeinsame Planung und Umsetzung wird eine verwaltungsinterne Arbeitsgruppe Resilienz eingerichtet. Darin arbeiten die zuständigen Referate und Stabsstellen zusammen. Die Verbindung zum Verwaltungsstab, zur Feuerwehr und zum vorgesehenen Resilienzrat soll sicherstellen, dass Planungen ineinandergreifen und vorhandene Kenntnisse genutzt werden. Krisenvorsorge bleibt dabei eine Aufgabe der gesamten Verwaltung. Die Fachbereiche bringen ihre Kenntnisse ein und setzen Maßnahmen in ihrem jeweiligen Zuständigkeitsbereich um.

Vier Bereiche im Mittelpunkt

KOMPASS Resilienz umfasst vier Handlungsfelder, die Hattersheim gemeinsam mit den zuständigen Stellen und Partnern bearbeiten wird:

  • Aufrechterhaltung der Handlungsfähigkeit: Die Stadtverwaltung muss auch in Krisen wichtige Aufgaben erfüllen und Entscheidungen treffen können. Dafür braucht es klare Zuständigkeiten, vorbereitete Abläufe, verlässliche Kommunikation und regelmäßige Übungen.
  • Stärkung des Bevölkerungsschutzes: Planungen, Ausstattung und Zusammenarbeit zur Bewältigung von Krisen sollen weiterentwickelt werden. Dazu gehören abgestimmte Notfallpläne und vorbereitete Anlaufstellen für die Bevölkerung.
  • Steigerung der Selbsthilfefähigkeit und des Selbstschutzes in der Bevölkerung: Die Menschen sollen Gefahren erkennen, persönlich vorsorgen und sich im Ernstfall schützen können. Hier setzt bereits die Kampagne „Bist Du bereit für den Notfall?“ an.
  • Bilden von Netzwerken zum Schutz kritischer Infrastrukturen (KRITIS): Die Stadt soll sich mit den Betreibern lebenswichtiger Einrichtungen und Versorgungssysteme vernetzen. Dazu zählen etwa die Strom- und Wasserversorgung, die medizinische Versorgung und die Telekommunikation. Ziel ist es, Abhängigkeiten zu erkennen und die Vorsorge für Ausfälle gemeinsam abzustimmen.

Vorhandene Vorsorge gemeinsam ausbauen

Zu den geplanten Schritten gehören eine Risikoanalyse, die Entwicklung einer Resilienzstrategie und die Einrichtung eines Resilienzrats. Dieser soll relevante Akteure vor Ort miteinander vernetzen. Außerdem sollen Konzepte für Notstrom und Kommunikation weiterentwickelt, Anlaufstellen für die Bevölkerung vorbereitet und Abläufe durch Übungen überprüft werden.

Mit der Kampagne „Bist Du bereit für den Notfall?“ und den Feuerwehrhäusern als Notrufmeldestellen bestehen bereits wichtige Grundlagen. Das Landesprogramm bietet einen Rahmen, um diese Vorsorge gemeinsam auszubauen und dauerhaft in der Stadtverwaltung zu verankern.

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