Vom 7. bis 13. September 2026 veranstaltet die Hessische Landesregierung eine Resilienzwoche. Im Mittelpunkt stehen Krisenvorsorge, Selbstschutz und Krisenprävention. Auch für die Stadt Hattersheim am Main und ihre Feuerwehren sind diese Themen seit Jahren ein wichtiger Schwerpunkt.
Krisen können viele Ursachen haben: Extremwetter, länger andauernde Stromausfälle, Cyberangriffe, Sabotage oder größere Schadensereignisse. Resilienz beschreibt die Fähigkeit einer Gesellschaft, solche Situationen möglichst gut zu bewältigen, wichtige Funktionen aufrechtzuerhalten und sich anschließend schnell von den Auswirkungen zu erholen.
Bevölkerungsschutz ist eine gemeinsame Aufgabe
Behörden und Einsatzkräfte bereiten sich auf unterschiedliche Krisenszenarien vor. Bei großflächigen Ereignissen können sie jedoch nicht überall gleichzeitig helfen und die gewohnte Versorgung vollständig ersetzen. Deshalb gehören auch die persönliche Notfallvorsorge, der Selbstschutz und die gegenseitige Unterstützung zu einer widerstandsfähigen Stadtgesellschaft.
Schon einfache Vorkehrungen können einen großen Unterschied machen. Dazu zählen ein angemessener Lebensmittel- und Trinkwasservorrat, Taschenlampen, ein batteriebetriebenes Radio, eine Hausapotheke, gesicherte wichtige Dokumente und Absprachen innerhalb der Familie.
Kampagne „Bist Du bereit für den Notfall?“
Mit ihrer fortlaufenden Kampagne „Bist Du bereit für den Notfall?“ informieren die Feuerwehren der Stadt Hattersheim am Main regelmäßig über Gefahren und das richtige Verhalten in Notfällen.
Die Themen reichen vom Brandschutz und der Ersten Hilfe über Extremwetter, Stromausfälle und Bevorratung bis zur Warnung der Bevölkerung. Ziel ist es, verständliche und alltagstaugliche Handlungsempfehlungen zu vermitteln. Denn wer Gefahren kennt und vorbereitet ist, kann im Ernstfall schneller und sicherer handeln.
Die Kampagne wird nicht nur über die digitalen Informationskanäle vermittelt, sondern auch bei Veranstaltungen und persönlichen Gesprächen. So waren die Feuerwehren beispielsweise im Rahmen der Geburtstagswoche von GLOBUS Hattersheim am vergangenen Donnerstag mit ihrem Infostand Notfallvorsorge vor Ort. Dort informierten sie die Besucherinnen und Besucher über die persönliche Vorbereitung auf Krisensituationen und insbesondere über die Zusammenstellung eines geeigneten Notvorrats.
Unter www.notfall-hattersheim.de stehen zudem umfangreiche Informationen, Checklisten und weiterführende Angebote bereit.

Vorbereitungen der Stadt Hattersheim am Main
Auch die Stadt Hattersheim am Main entwickelt ihre Vorsorge kontinuierlich weiter. Das zuständige Referat Brand- und Bevölkerungsschutz koordiniert unter anderem das kommunale Krisenmanagement und die Vorbereitungen auf besondere Gefahrenlagen.
Zu den Maßnahmen gehören die Vorbereitung und regelmäßige Beübung des Verwaltungsstabs sowie die Warnung und Information der Bevölkerung über unterschiedliche Kanäle. Im Stadtgebiet stehen acht Sirenen zur Verfügung. Ergänzend bieten die Stadt und ihre Feuerwehren unter www.notfall-hattersheim.de eigene Warn- und Informationsangebote an.
Ein konkretes Beispiel für den Ausbau der Krisenvorsorge ist die derzeit in der Umsetzung befindliche Notstromversorgung der Feuerwehrhäuser in Okriftel und Eddersheim sowie die bereits umgesetzte Notstromversorgung des Feuerwehrhaues Hattersheim und des Rathauses. Damit soll die Handlungsfähigkeit der Feuerwehr und der Stadtverwaltung auch bei einem länger andauernden Stromausfall gesichert werden.
Bei einem großflächigen und länger andauernden Stromausfall werden die Feuerwehrhäuser in Hattersheim, Okriftel und Eddersheim in der Regel als Notrufmeldestellen besetzt. So bleibt die Möglichkeit erhalten, Notfälle zu melden und Informationen zu erhalten, wenn Telefon- und Mobilfunkverbindungen gestört sind.
Weitere technische und organisatorische Maßnahmen dienen dazu, die Handlungsfähigkeit der Stadtverwaltung und der Feuerwehren auch in Krisensituationen aufrechtzuerhalten. Dabei arbeitet die Stadt eng mit dem Main-Taunus-Kreis, den Hilfsorganisationen und weiteren wichtigen Akteuren zusammen. Die Planungen werden anhand aktueller Erkenntnisse, Übungen und Erfahrungen regelmäßig überprüft und weiterentwickelt.
Hattersheim nimmt an KOMPASS Resilienz teil
Um die kommunale Widerstandsfähigkeit strukturiert weiter auszubauen, nimmt die Stadt Hattersheim am Main am hessischen Programm KOMPASS Resilienz teil. Gemeinsam mit dem Hessischen Innenministerium sollen bestehende Maßnahmen betrachtet, weitere Handlungsbedarfe identifiziert und passende Projekte entwickelt werden.
Dabei geht es nicht nur um die Vorbereitung der Stadtverwaltung und der Einsatzkräfte. Auch Einrichtungen der Kritischen Infrastruktur, Unternehmen, Vereine, soziale Einrichtungen sowie die Bürgerinnen und Bürger sollen einbezogen werden. Ziel ist eine umfassende und langfristige Resilienzstrategie für Hattersheim.
Die Resilienzwoche macht deutlich: Gute Krisenvorsorge ist keine einmalige Aufgabe. Sie lebt von Vorbereitung, verlässlichen Strukturen, verständlichen Informationen und einer Stadtgesellschaft, die füreinander einsteht.