Eine fordernde Woche liegt hinter den Feuerwehren der Stadt Hattersheim am Main: Bereits am Mittwoch wurden die Einsatzkräfte bei einem Großbrand in Kriftel gefordert. Bis zum Montag summierten sich die Einsätze auf insgesamt 16 Alarmierungen – ergänzt durch zahlreiche Ausbildungs- und Übungsmaßnahmen. Die Einsätze wurden dabei sowohl durch hauptamtliche Kräfte während der Werktage als auch in weiten Teilen durch ehrenamtliche Einsatzkräfte in ihrer Freizeit bewältigt.
Freitag: Zwei Einsätze zum Auftakt
Bereits am Freitag wurden die Einsatzkräfte zu zwei Einsätzen alarmiert.
Am Mittag ging es um 11:57 Uhr in die Niedeckerstraße nach Hattersheim. Aufgrund einer ausgelösten Brandmeldeanlage stellte sich angebranntes Kochgut als Ursache heraus. Es kam zu einer leichten Verrauchung in einer Küche, die durch die Feuerwehr belüftet wurde.
Am Nachmittag folgte um 15:13 Uhr ein Einsatz in der Ankerstraße in Eddersheim. Die Stadtpolizei hatte die Feuerwehr angefordert, da sich unter einem parkenden Fahrzeug eine Ölpfütze gebildet hatte. Diese wurde mit Bindemittel abgestreut und aufgenommen.
Samstag: Vom Rauchwarnmelder bis zum Großbrand
Bereits in der Nacht zum Samstag wurden die Einsatzkräfte nach Okriftel alarmiert. Ein ausgelöster Rauchwarnmelder stellte sich glücklicherweise als Fehlalarm heraus. Am Morgen unterstützte die Feuerwehr Hattersheim bei einem Großbrand auf einem Wertstoffhof in Kelkheim-Münster im Rahmen der Technischen Einsatzleitung (TEL).
Am Mittag folgte eine Notfalltüröffnung in Hattersheim, bei der die Feuerwehr den Rettungsdienst unterstützte und die Wohnungstür gewaltfrei öffnen konnte. Am Nachmittag wurde schließlich eine Rauchentwicklung in Okriftel gemeldet. In einer verlassenen Scheune brannten Unrat und Holz – das Feuer konnte schnell gelöscht werden.
Sonntag: Brandeinsätze, technische Hilfe und medizinische Erstversorgung
In der Nacht zum Sonntag wurden die Einsatzkräfte um 01:11 Uhr in die Friedensstraße/Egerstraße in Hattersheim alarmiert. Auf einem Metalltisch brannten Reste eines Einwegsgrills sowie Unrat. Das Feuer konnte mit einem Kleinlöschgerät schnell abgelöscht werden.
Am frühen Sonntagnachmittag folgte ein weiterer Einsatz aufgrund eines piepsenden Heimrauchmelders in der Gabriele-Münter-Straße. Auch hier konnte nach Kontrolle des Gebäudes kein Schadenereignis festgestellt werden – vermutlich lag eine technische Fehlfunktion vor.
Am Abend wurde die Feuerwehr zu einer Aufzugsöffnung in die Hans-Riggenbach-Straße alarmiert. Eine eingeschlossene Person konnte zügig befreit und der Aufzug außer Betrieb genommen werden.
Unmittelbar im Anschluss kam es um 21:38 Uhr zu einem weiteren Einsatz im Rahmen eines First-Responder-Einsatzes. Auf einem Hof wurde eine verwirrte, unterkühlte Frau in deutlich reduziertem Allgemeinzustand aufgefunden, die zuvor aus einem nahegelegenen Altenheim abgängig war. Die Feuerwehr übernahm bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes die Erstversorgung.
Parallel dazu wurden die Okrifteler Kräfte zu einer gemeldeten Rauchentwicklung im Bereich von Kleingärten in der Sindlinger Straße alarmiert. Vor Ort stellte sich ein Lagerfeuer als Ursache heraus, das bereits durch den Eigentümer gelöscht worden war. Zur Unterstützung der Erkundung kam auch eine Drohne zum Einsatz.
Montag: Mehrere Einsätze – auch überörtlich
Am frühen Montagmorgen ging es um 05:15 Uhr in den Südring nach Hattersheim. Durch ein geplatztes Heizungsrohr kam es zu einem größeren Wasseraustritt. Die Feuerwehr stellte die Wasserzufuhr ab und beseitigte das Wasser mit einer Schmutzwasserpumpe.
Im weiteren Verlauf des Vormittags sowie am frühen Nachmittag kam es erneut zu zwei Alarmierungen in die Hans-Riggenbach-Straße. Während zunächst keine Person im Aufzug festgestellt wurde, konnten beim zweiten Einsatz zwei Personen aus dem Aufzug befreit werden. Der Aufzug wurde jeweils außer Betrieb genommen.
Am Nachmittag wurden die Kräfte gemeinsam mit der Kreiseinheit „Spezielle Rettung aus Höhen und Tiefen“ zu einem gemeldeten Feuer mit einer Person auf einem Strommast nach Hochheim am Main alarmiert. Noch vor dem Ausrücken konnte jedoch Entwarnung gegeben werden: Es handelte sich um Dampfstrahlarbeiten an einem Mast der Bahnstrecke. Ein Eingreifen der Feuerwehr war nicht erforderlich.
Am frühen Abend folgte um 17:09 Uhr ein weiterer Einsatz im Ladislaus-Winterstein-Ring in Hattersheim. Unter dem Stichwort „Waldbrand unklare Lage“ wurde eine Brandstelle im Bereich eines Restaurants neben dem Schwimmbad lokalisiert. Rund 50 Quadratmeter Unterholz standen in Flammen und konnten schnell abgelöscht werden. Zur Kontrolle der Ausbreitung kam auch die Drohne mit Wärmebildkamera zum Einsatz.
Ausbildung parallel zum Einsatzgeschehen
Parallel zu den Einsätzen nutzten zahlreiche Einsatzkräfte das Wochenende für Aus- und Fortbildungen. So fand unter anderem das Seminar „Maschinelle Zugeinrichtung/Anschlagen von Lasten“ im Feuerwehrhaus und auf dem Bauhof statt. Parallel dazu fand u.a. im Feuerwehrhaus ein Lehrgang des Deutschen Roten Kreuzes statt. Die IuK-Gruppe bzw. die Drohnenstaffel übte am Samstag, wobei insbesondere das Abwurfsystem der Drohne trainiert wurde. Am Sonntag übte zudem die Kreiseinheit „Spezielle Rettung aus Höhen und Tiefen“ am Schlauchturm.
Darüber hinaus nahmen weitere Kräfte an Lehrgängen wie „Absturzsicherung” und dem Maschinistenlehrgang teil. Auf Landesebene wurde zudem am Jugendfeuerwehr-Ausbildungszentrum der Hessischen Landesfeuerwehrschule der Lehrgang „Umgang mit besonderen Jugendlichen“ besucht.
Breites Einsatz- und Aufgabenspektrum
Das Wochenende verdeutlicht eindrucksvoll die gesamte Bandbreite der Feuerwehrarbeit: Brandeinsätze, technische Hilfeleistungen, medizinische Erstversorgung, überörtliche Unterstützung und Ausbildung greifen nahtlos ineinander. Eine kontinuierliche Fortbildung bildet dabei die Grundlage für sicheres und professionelles Handeln im Einsatz – und damit für eine leistungsfähige Gefahrenabwehr für die Bevölkerung.
Im Einsatz waren die Feuerwehren Hattersheim und Okriftel sowie bei einzelnen Lagen weitere Kräfte aus dem Main-Taunus-Kreis.























